Das Handwerk im Zeitalter der Krisen: Rahmenbedingungen und Entwicklungsfaktoren

Thomä, J., Alhusen, H. & Meub, L. (2025). Das Handwerk im Zeitalter der Krisen: Rahmenbedingungen und Entwicklungsfaktoren. In Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (Hrsg.). Neue Normalität? Entwicklungslinien für das Handwerk von morgen, Hannover, 9-55.

Der Beitrag zeigt, dass das „Zeitalter der Krisen“ auch die kleinbetrieblich geprägte Handwerkswirtschaft stark trifft. In den 2020er-Jahren sieht sich das Handwerk mit einer ungewöhnlichen Ballung und Zuspitzung von Herausforderungen konfrontiert. Diese reichen von akuten Krisen, wie der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg, bis hin zu längerfristigen Umbrüchen wie dem demografischen Wandel, dem technologischen Fortschritt und dem Klimawandel. Diese Gemengelage wechselseitiger Entwicklungen treibt den Strukturwandel im Handwerk in ungeahntem Ausmaß voran. Für die Betriebe hat sich eine „Neue Normalität“ eingestellt, geprägt von hohen, oft politisch gesetzten Transformationsanforderungen, beschleunigten Wandlungsprozessen, Unsicherheit sowie Komplexitätsüberforderung. In dieser Lage belasten Fachkräftemangel, Bürokratie, Lieferengpässe, unsichere politische Rahmenbedingungen oder veränderte Wettbewerbsumfelder. Zugleich birgt die neue Situation eine Reihe von Chancen, die erkannt und genutzt werden müssen. Entscheidend dafür ist die Resilienz der Betriebe, also die Fähigkeit, Zeiten der Krise und des Umbruchs zu bewältigen und gestärkt daraus hervorzugehen. Der Beitrag identifiziert Resilienzfaktoren im Handwerk auf persönlicher und betrieblicher Ebene sowie auf Ebene der Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns. Dazu werden Ansätze diskutiert, wie die Betriebe ihre Resilienz stärken können und wie Politik und Handwerksorganisationen als „Resilienz-Enabler“ fungieren können. Gelingt diese Anpassung, stehen die Chancen gut, dass die aktuelle Krisen- und Umbruchphase nur ein weiteres erfolgreiches Kapitel in der langen Geschichte des Handwerks wird.

Für Rückfragen zu den Ergebnissen dieser Studie steht Dr. Jörg Thomä zur Verfügung.
Zurück (Veröffentlichungen)