Lohnstrukturen im Handwerk – Tarifbindung, Soziodemografie und Regionen (HBS)

Ansprechpartner

Bearbeitung

Dr. Leonie Reher

Auftraggeber

Hans-Böckler-Stiftung

Projektlaufzeit

06/2026 - (geplant) 02/2027

Projektziele

© Alrandir/Shutterstock.com
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Das Handwerk ist mit rund 5,4 Millionen Beschäftigten und über 340.000 Auszubildenden eine tragende Säule des deutschen Arbeitsmarkts. Angesichts der zentralen Rolle des Handwerks bei der Umsetzung gesellschaftlich und politisch ambitionierter Ziele – etwa der Infrastrukturmodernisierung, Energiewende oder der Ausweitung des Wohnungsbaus – kommt der Sicherung und Stärkung seiner Arbeitskräftebasis besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig steht das Handwerk vor tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen, insbesondere dem demografischen Wandel, der Fachkräfteknappheit und damit einer zunehmenden Nachfolgelücke in Betrieben.

In diesem Kontext gewinnt die Lohnentwicklung als potenziell steuernder Faktor zur Erhöhung der Attraktivität des Handwerks an Relevanz. Dennoch bleibt dieses Thema in politischen und strategischen Debatten bislang weitgehend randständig. Ziel Forschungsvorhabens ist es daher, die Entwicklung der Löhne im Handwerk über den Zeitraum von 1993 bis 2023 systematisch zu analysieren und empirisch fundierte Erkenntnisse über deren Struktur, Dynamiken und Einflussfaktoren zu gewinnen. Das Projekt baut auf der von Haverkamp und Fredriksen (2018) durchgeführten und durch die Hans-Böckler-Stiftung geförderten Grundlagenstudie zu Lohnstrukturen im Handwerk auf, erweitert diese jedoch in methodischer und inhaltlicher Hinsicht substanziell.

Erstmals kommt der LIAB-Datensatz (Linked-Employer-Employee-Daten des IAB) zum Einsatz, welcher tiefgreifende Panelanalysen unter Einbezug individueller und betrieblicher Merkmale erlaubt. Neben der Aktualisierung der Lohnanalyse bis 2023 ermöglicht diese Datenbasis differenzierte Auswertungen nach Tarifbindung, Fachkräfteengpässen (über Vakanzdaten), Region, Betriebsgröße, Geschlecht, Migrationsstatus und weiteren sozio-demografischen Parametern. Die Analyse zielt auf eine präzise Abgrenzung zwischen tariflich und nicht-tariflich entlohnten Beschäftigungsverhältnissen sowie auf die Berechnung bereinigter und unbereinigter Lohnunterschiede im Vergleich zum Nicht-Handwerk.

Die zu erwartenden Ergebnisse leisten einen essenziellen Beitrag zur empirischen Fundierung der aktuellen Debatte um Fachkräftesicherung und Entlohnungsstrukturen im Handwerk. Sie liefern nicht nur wichtige Impulse für wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen, sondern auch für die Arbeit von Gewerkschaften, Handwerksorganisationen und politischen Entscheidungsträgern.

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