DiHaLa - Digitalisierung des Handwerks auf dem Land (BMEL)

Ansprechpartner

Bearbeitung

Dr. Anita Thonipara, Thore Sören Bischoff

Kooperationspartner

Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik, Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk, Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen

Auftraggeber

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Projektziele

Projekthintergrund

Die Digitalisierung gewinnt in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen zunehmend an Bedeutung. Das Digitalisierungsverhalten von Handwerksbetrieben im ländlichen Raum ist in der Forschung bis heute kaum berücksichtigt worden. Handwerksbetriebe spielen eine wichtige Rolle in von Abwanderung und Überalterung betroffenen ländlichen Räumen, indem sie dort eine ökonomische Ankerfunktion ausüben. Die technologische Weiterentwicklung der Betriebe sowie das bessere wissenschaftliche Verständnis ländlicher handwerklicher Wirtschaftsstrukturen und ihre Beeinflussung durch die Digitalisierung bergen folglich großes Potenzial für die ländliche Entwicklungspolitik von Bund und Ländern.

Das Projekt Digitalisierung des Handwerks auf dem Land führt hierzu wissenschaftliche Grundlagenforschung durch, um Erkenntnisse zur Digitalisierung von Handwerksbetrieben im ländlichen Raum zu erzielen. Als Untersuchungsregion dient dabei der Kammerbezirk der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen mit den Landkreisen Hildesheim, Holzminden, Northeim und Göttingen. Das Projekt Digitalisierung des Handwerks auf dem Land ist eines der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten modellhaften Projekte im Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE). Mit dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Projekte, die Vorbildcharakter haben und Impulse für ländliche Regionen in ganz Deutschland geben.

Forschungsfragen

Das Forschungsprojekt soll vor diesem Hintergrund folgende Fragen beantworten:

  • Welche Ursachen haben die Stadt-Land-Unterschiede im Digitalisierungsverhalten?
  • Welche konkreten Anreize und Hemmnisse bestimmen das Digitalisierungsverhalten ländlicher Betriebe?
  • Welche Mechanismen wirken bei der Digitalisierung von Handwerksbetrieben, etwa im Hinblick auf eine sinnvolle Abfolge verschiedener Digitalisierungsschritte in verschiedenen Betriebsbereichen?
  • Welchen Einfluss haben infrastrukturelle Faktoren für die Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen?
  • Welche Begrenzungen findet die Digitalisierung durch die Qualifikation des Inhabers und der Mitarbeiter?
  • Welche Rolle spielt die Verfügbarkeit von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen in der Umgebung?
  • Welche Rolle spielen Auszubildende in ländlichen Regionen für Wissenstransfer und Digitalisierung?
  • Welche Rolle hat die Digitalisierung für die Arbeitgeberattraktivität in ländlichen Betrieben?
  • Welche Unterstützungsformate haben sich für den Wissenstransfer zu ländlichen Betrieben als erfolgreich erwiesen?

Projektstruktur und Methodik

Um die genannten Fragestellungen zu beantworten, nutzt DiHaLa quantitative und qualitative Elemente, die aufeinander aufbauen und in der kombinierten Analyse Erkenntnisse über die Untersuchungsregion wie auch für alle ländlichen Handwerksbetriebe in Deutschland ermöglichen. Das Projekt ist in eine einleitende quantitative Einstiegsphase (AP1), eine qualitative Tiefenuntersuchung (AP2), eine quantitative Breitenuntersuchung (AP3) sowie eine abschließende Empfehlungs- / Transferphase unterteilt (AP4).

In AP1 wird eine räumliche und gewerkespezifische Analyse der Handwerksstrukturen der Untersuchungsregion auf Basis der Regionaldaten des BBSR (INKAR), den Daten der Handwerksrolle der Untersuchungsregion sowie dem IAB-Betriebspanel durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden in AP2 für die Auswahl der Stichprobe für die qualitative Tiefenuntersuchung der Anreize und Hemmnisse bei der Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen in ländlichen Handwerksbetrieben genutzt. In diesem Arbeitsschritt werden leitfadengestützte Interviews mit Regionalakteuren sowie Handwerksbetrieben der Untersuchungsregion geführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen anschließend in AP3 durch Umfragen quantitativ überprüft werden. Der Transfer der Projektergebnisse wird in AP4 durch einen Abschlussbericht sowie regelmäßige Austauschtreffen mit allen relevanten Stakeholdern sichergestellt.

Projektlaufzeit: 01/2020 - (geplant) 04/2023

Publikationen im Projekt

Thomä, J. & Bischoff, T. S. (2022). From automation to databased business models – digitalization and its links to innovation in small and medium-sized enterprises. ifh Working Papers (No. 31), Updated version [first published in 2021]. Göttingen. Download

Bischoff, T. S., Alhusen, H. & Dilekoglu, K. (2021). Digitalisierung des Handwerks im ländlichen Raum – Relevanz, Prozesse, Treiber und Handlungsbedarfe. Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung (Heft 61). Göttingen. Download der Studie

Thomä, J. & Bischoff, T. S. (2021). Das Handwerk – zwischen Tradition und Innovation. LandInForm - Magazin für Ländliche Räume, 3/2021, 12-13. Link zum Artikel

Thomä, J., Alhusen, H., Bischoff, T. S. & Matthies, E. (2021). Digitale Spaltung oder Überwindung des Raums? – Zur Digitalisierung des Handwerks unter Berücksichtigung von ländlichen Regionen. Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung (Heft 53). Göttingen. Download der Studie

Bischoff, T. S., Haverkamp, K., Proeger, T. & Thonipara, A. (2020). Handwerksstruktur des ländlichen Raums – räumliche und gewerkespezifische Analyse Südniedersachsens. Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung (Heft 47). Göttingen. Download der Studie

Brockhaus, C. P., Bischoff, T. S., Haverkamp, K., Proeger, T. & Thonipara, A. (2020). Digitalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland – ein Forschungsüberblick. Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung (Heft 46). Göttingen. Download der Studie

Zurück (Projekte)