Neue Studie zur regionalen Verteilung von Erfinderinnen in Deutschland
21.08.2026
Patente gelten als wichtiger Indikator für die Innovationskraft von Regionen. Frauen sind im deutschen Patentwesen jedoch deutlich unterrepräsentiert: Obwohl sie 2019 rund 46 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stellten, geht nur ein kleiner Teil aller Patente auf Erfinderinnen zurück. Ein geringer Anteil an Erfinderinnen kann darauf hindeuten, dass vorhandene Innovationspotenziale ungenutzt bleiben. Offen ist jedoch, wie sich Erfinderinnen über ländliche und urbane Räume verteilen und welche Faktoren die regionalen Unterschiede erklären.
Die ifh Wissenschaftler*innen Sandra Chamier-Gliszczynski und Petrik Runst analysieren in einer aktuellen Ausgabe der Reihe „Zahlen & Fakten zur Wirtschaft in ländlichen Räumen" des Thünen Instituts für Wertschöpfung und Innovation in ländlichen Räumen die regionale Verteilung des Frauenanteils an allen Erfinderinnen und Erfindern. Im Zeitraum 2010 bis 2019 lag dieser Anteil bundesweit bei rund 7,2 Prozent und damit im europäischen Vergleich niedrig; seit den 1990er-Jahren hat er sich jedoch mehr als verdoppelt. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Regionstypen: In ländlichen Räumen werden weniger als sechs von 100 Patenten von Frauen angemeldet, in urbanen Räumen sind es knapp elf von 100. Eine wichtige Rolle spielt dabei die sektorale Spezialisierung. In Regionen mit vielen Patenten in der Chemieindustrie oder im Bereich des täglichen Lebensbedarfs fällt der Frauenanteil tendenziell höher aus.
