Auftaktveranstaltung zur Studie „Handwerk als Resilienzakteur in der Flutkatastrophe im Ahrtal“
03.08.2026
Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021 fand am 22. Juli 2026 in der Ahr-Akademie in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Auftaktveranstaltung zur Studie „Handwerk als Resilienzakteur in der Flutkatastrophe im Ahrtal“ statt. Auf Einladung der Handwerkskammer Koblenz diskutierten rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Handwerk, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, welche Rolle das Handwerk bei der Bewältigung der Katastrophe gespielt hat und welche Lehren sich daraus für künftige Krisen ziehen lassen.
Die Studie steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Till Proeger am ifh Göttingen und rekonstruiert systematisch die organisatorischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen des Handwerks während und nach der Flut: Rund 600 Handwerksbetriebe waren selbst betroffen und leisteten dennoch unmittelbar Nothilfe – von der Sicherung von Gebäuden über die Instandsetzung der Infrastruktur bis zur Versorgung der Bevölkerung. Untersucht wird, welche Faktoren schnelle Hilfe ermöglichten, wo Engpässe bestanden und wie das Handwerk künftig stärker institutionell in Katastrophenschutz und Resilienzpolitik eingebunden werden kann.
In der von Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, moderierten Podiumsdiskussion betonten Kammerpräsident Kurt Krautscheid, Staatssekretärin Simone Schneider (Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz), Dirk Lescher (Debeka) und Kreishandwerksmeister Frank Wershofen die Bedeutung funktionierender Handwerksstrukturen als Baustein gesellschaftlicher Resilienz. Erfahrungsberichte aus dem Publikum – etwa zur Organisation des Helfer-Shuttles – ergänzten die Praxisperspektive. Kammerpräsident Krautscheid warnte davor, die Erfahrungen aus der Flut in einer „Flut-Demenz“ verloren gehen zu lassen.
Aus den Ergebnissen der Studie werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie das Handwerk als Resilienzakteur gestärkt und in künftige Krisenbewältigung eingebunden werden kann. Weitere Informationen finden sich in der Projektbeschreibung sowie im Veranstaltungsbericht der Handwerkskammer Koblenz.
